Juliana Keppler

Freie Journalistin

Den Gaben folgen: Käthe Kollwitz und Ottilie Ehlers-Kollwitz

„Eine Gabe ist eine Aufgabe!“ Dieser Leitspruch ihres Großvaters nahm sich Käthe Kollwitz ihr Leben lang zum Vorbild. Die Bürgertochter aus Königsberg erhielt von ihrem Vater die Möglichkeit, sich beruflich verwirklichen zu können. Sie studierte an der Künstlerinnenschule in Berlin und München von 1886-1890. Einige Jahre später schuf sie die Bilderzaklen „Der Weberaufstand“ und „Bauernkrieg“. Beide befinden sich in der Sammlung des Museums. Plastische Arbeiten folgten bald darauf. Am berühmtesten wurden neben den bekannten Plakaten die beiden Statuen der „Trauernden Eltern.“ Kollwitz schuf Sozialmillieudarstellungen  und Plakate gegen den Krieg. Das Plakat „Nie wieder Krieg!“ wurde weltberühmt. Kollwitz wollte das Leben der Arbeiter darstellen. Geprägt wurde sie diesbezüglich durch die Streifzüge durch den Königsberger Hafen, die sie als Jugendliche unternommen hatte. „Den Lastenträger [der im Königsberger Hafen Lasten trägt] finde ich schön“, notiert sie. Das bourgoise Bürgertum erscheint ihr nicht wert, als Motiv zu dienen. Gegen Ende ihres Lebens setzte sie sich mit dem Thema Tod auseinander. Am 22. April 1945 starb sie in Moritzburg bei Dresden.

 

Natur, Bäume am Fluss – das sind die Motive der Grafikerin Ottlie Ehlers-Kollwitz. Das Käthe Kollwitz Museum Köln zeigt in seiner aktuellen Dauerausstellung Holzschnitte und Grafiken der Schwiegertochter der berühmten Künstlerin. Ottilie faszinierte die Flusslandschaft der Havel. Zu allen Jahreszeiten hielt sie sie fest. Sie bannte sie in mit Aqurell kolorierte Grafiken oder feinen Holzschnitt. Neben den Flusslandschaften zeigt die Schau auch die sogenannten „Traumbilder“

Wegen Depressionen musste sich Ottilie einer Psychoanalyse nach C.G. Jung unterziehen. Die Traumbilder sind Darstellungen der Bilder ihres Unterbewusstseins während der Therapie. Ehlers-Kollwitz war mit Hans Kollwitz, dem ältesten Sohn von Käthe Kollwitz verheiratet. Das Paar hatte mehrere Kinder. Das Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter war schwierig. In den Fünfziger Jahren floh Ottilie immer wieder nach Italien und arbeitete über die Mittelmeerlandschaft. Auch diese Grafiken sind in Köln bis 15.6.14 unter dem Titel „nähe und distanz“ zu sehen.


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